Leserzuschriften

Legalisiert es nicht! (Basler Zeitung vom 7.5.18)

(Replik zur Kolumne von Tamara Wernli «Legalize it» [Basler Zeitung vom 27.4.18])

Cannabis für therapeutische Zwecke unter ärztlicher Kontrolle: Ja, Cannabis als Volksdroge: Nein. Wir kennen bereits zwei Drogen in unserer Gesellschaft mit ihren negativen Folgen: Alkohol und Nikotin. Und zwei Drogen: das reicht! Es besteht kein Grund, weshalb wir einer dritten Droge den gesellschaftlichen Segen einer Volksdroge erteilen sollen. Uff Baseldütsch: «zwai Droge, das längt!»

Die Legalisierung einer weiteren Droge ist letztendlich eine Kapitulation des Staates und ein Staat sendet ein verheerendes Signal aus, wenn er vor einer Droge einknickt. Die Maxime des staatlichen Handelns muss es sein, für das Wohlergehen seiner Bevölkerung zu sorgen. Die Legalisierung einer dritten Volksdroge neben den bereits bestehenden zwei widerspricht dem klar.

Cannabis ist eine unsoziale Droge. Es dämpft, macht lethargisch und untergräbt die Fähigkeit und Bereitschaft an der sozialen Interaktion; der Konsument zieht sich auf sich selbst zurück, ein Dialog findet nicht oder kaum mehr statt. Gerade unsere demokratische Gesellschaft hängt ganz wesentlich vom Dialog ab. Es erschliesst sich nicht, wieso wir eine Droge legalisieren sollen, die genau dieser Unterdrückung des Dialogs noch Vorschub leistet.

Bei Recherchen zum Thema finden sich praktisch nur Argumente für die Legalisierung von Cannabis. Es stellt sich die Frage: cui bono, wem dient die Freigabe? Werden wir damit eine bessere Gesellschaft, gesünder, fröhlicher, mit weniger Arbeitslosigkeit und weniger Sozialfällen oder sind hier nicht auch finanzielle Interessen im Spiel? Eine schlüssige Antwort auf diese Fragen konnte mir noch niemand geben.

Frau Wernli schreibt, wer Cannabis verbieten wolle, müsse auch Alkohol und Nikotin verbieten. Nein, muss er nicht. Die Gleichstellungsdebatte auch noch auf Drogen auszuweiten, ist Unsinn.

Im Weiteren relativiert sie die schädliche Wirkung von Cannabis. Eine Droge zu verharmlosen, weil auch andere Wirkstoffe schädlich für Körper oder Seele sein können, greift zu kurz; das von Cannabis teilweise verursachte Leid für den Betroffenen und sein Umfeld wird verniedlicht. Jeder einzelne Fall ist einer zu viel! Frau Wernli, deren Kolumnen ich im Allgemeinen schätze, hat hier auf eine für sie ungewohnte Art danebengegriffen.

Weiter unterstellt sie, dass die Drogendealer bei einer Legalisierung nur noch kontrollierten Stoff abgeben und keine stärkeren Drogen, was eine sehr blauäugige Aussage ist. Drogenhändler sind Unternehmer, sie leben von An- und Verkauf einer Ware. Sie werden bei einer Legalisierung von Cannabis nicht resignieren, den Wegfall ihres Geschäftsmodells bejammern und auf den Verkauf von Ovomaltine umstellen. Anstelle des legalen Cannabis («Cannabis für Weicheier») werden sie ihr Produkt anpassen und eigene, stärkere Varianten in Verkehr bringen. Wieso also mit einer Legalisierung der Zugang zu schädlicherem Cannabis erschwert wird, bleibt das Geheimnis der Legalisierungsbefürworter.

Anstelle einer Kapitulation vor der Droge sind Aufklärung über die gesundheitlichen, sozialen und gesellschaftlichen Folgen das richtige Mittel. Eine konsequente Aufklärung schon im Schulalter ist dringend nötig!

Zu guter Letzt werden in der Kolumne auch Eigenverantwortung und selbständiges Entscheiden als Argumente pro Legalisierung herangezogen. Das geht auch umgekehrt: jeder von uns kann eigenverantwortlich und selbständig für sich entscheiden, dass er auf Cannabis verzichten will.

«Sag Nein zur Droge» ist die richtige Entscheidung!

Beat K. Schaller
Grossrat SVP Basel-Stadt

Stellungnahme des «Vereins Jugend ohne Drogen», Zürich, zu den Fragen von Christian Saggese, Redaktionsleiter, Winterthurer Stadtanzeiger

21.3.2014

  1. Wie beurteilen Sie den Entscheid der Winterthurer Politik, sich an diesem Pilotprojekt zu beteiligen?

Als gesamtschweizerischer Verein äussern wir uns nicht spezifisch zur Winterthurer Politik.

Die Idee eines solchen Pilotprojekts wurde vor rund 4 Monaten in Genf lanciert. Nach Genf haben sich interessierte Kreise in Lausanne, Basel, Bern, Zürich und nun auch in Winterthur, dafür ausgesprochen – zur Umgehung der geltenden gesetzlichen Bestimmungen auf Bundesebene – ein sogenanntes «Pilotprojekt» zu fordern. Für diejenigen Kreise, die in der Schweiz seit langem für eine Liberalisierung/Legalisierung von Rauschgiften eintreten, ist die anfangs Jahr in zwei Staaten der USA und in Uruguay beschlossene weitgehende Freigabe des Cannabiskonsums eine ideale Gelegenheit, um ihren Zielen einen Schritt näher zu kommen.

  1. Wie gefährlich ist Cannabis? Welche Risiken fördert Cannabis konkret?

Cannabiskonsum ist und bleibt – auch wenn er staatlich sanktioniert ist – gefährlich, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, für deren Schutz wir uns speziell einsetzen. Wir möchten hier nur vier aktuelle wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse anführen:

  • Je früher junge Menschen Cannabis zu konsumieren beginnen, desto stärker und nachhaltiger sind die konkreten Beeinträchtigungen des Gehirns: namentlich werden Erinnerungsvermögen, Konzentrationsfähigkeit, Verarbeitungsgeschwindigkeit von Informationen, Leistungsbereitschaft, Motivation negativ beeinflusst.
  • In den Schweizer Suchthilfeeinrichtungen hat sich im Verlauf der letzten 10 Jahre der Prozentsatz der unter 25-Jährigen, bei denen die Hauptproblemsubstanz Cannabis ist, von 33% auf 73% massiv erhöht.
  • Die Anzahl Jugendlicher, die im Zusammenhang mit Cannabiskonsum wegen Schizophrenien und anderen Psychosen eine psychiatrische Behandlung in Anspruch nehmen müssen, ist nach übereinstimmenden Aussagen der entsprechenden Fachärzte besorgniserregend hoch.
  • Im Februar 2014 wurden in der Uniklinik Düsseldorf zwei Todesfälle von gesunden jungen Männern (23 und 28-jährig) nach den heutigen wissenschaftlichen Standards vollständig aufgearbeitet. So konnte erstmals nachgewiesen werden, dass Cannabis zu einem tödlichen Herzversagen führen kann. Gemäss dem Bericht der untersuchenden Rechtsmediziner handelt es sich um ein seltenes Ereignis, das aber jeden Cannabiskonsumenten treffen kann.

Diese neuesten Resultate ergänzen die seit langem bekannten Gefahren von Cannabiskonsum bei jungen Menschen, die hier nicht alle aufgeführt werden können. Erwähnt werden muss jedoch die deutliche Erhöhung des Risikos von Misserfolgen bei der Schul- und Berufsausbildung und von Störungen im Aufbau gesunder Beziehungen in Familie und Freundeskreis.

  1. Gerne wird Kiffen mit dem legalen Alkoholkonsum gleichgestellt. Können diese beiden Drogen Ihrer Meinung nach überhaupt verglichen werden?
    Bzw. wie stehen Sie zum legalen Alkoholkonsum, der ja auch bekannte Risiken hervorruft?

Übermässiger Alkoholkonsum ist ein echtes gesellschaftliches Problem. Er beinhaltet, besonders bei Kindern und Jugendlichen aufgrund ihrer körperlichen und seelischen Unausgereiftheit, grosse Gefahren. Eine Legalisierung von Cannabis würde die aktuellen Alkoholprobleme in der Gesellschaft keineswegs vermindern, sondern die Probleme vergrössern. Der ständige Vergleich von Cannabis und Alkohol bringt gar nichts zur Aufklärung über die unterschiedlichen Gefahren, die diesen beiden Substanzen innewohnen.

  1. Die Entscheidung, an dem Pilotprojekt teilzunehmen, ist gefallen. Sollte dies tatsächlich rechtlich möglich werden: Was fordern Sie bei der Umsetzung vom Bund und den beteiligten Städten konkret?

2008 hat sich die Schweizer Bevölkerung mit einer Zweidrittelmehrheit klar gegen die Liberalisierung/Legalisierung von Cannabis ausgesprochen. Deshalb werden von gewissen Kreisen immer wieder Vorschläge zur Umgehung der geltenden Bundesgesetze vorgebracht, um gegen den Volkswillen den Druck zur möglichst weitgehenden Drogenliberalisierung aufrechtzuerhalten und damit deren Verharmlosung weiter zu betreiben.

Der «Verein Jugend ohne Drogen» setzt sich seit rund 20 Jahren für den Schutz vor den tragischen Auswirkungen des Rauschgiftkonsums ein. Die heute geltenden gesetzlichen Bestimmungen dürfen nicht ständig weiter aufgeweicht werden, denn klare Richtlinien sind unerlässlich, wenn es darum geht unsere Kinder und Jugendlichen sowie der ganzen Gesellschaft vor den tatsächlichen Risiken des Konsums von Cannabis und der Vielzahl anderer Rauschgifte zu schützen.

 

Jean-Paul Vuilleumier, Berufsschullehrer
Sekretär «Verein Jugend ohne Drogen»

Drogenpolitik – wann erwachen wir?


9.01 2006. Jetzt steht es also fest, unsere Jugend steht europaweit an der Spitze der Cannabiskonsumenten und diese werden immer jünger.

Sicher ist das Umfeld für Jugendliche betreffend Zukunftsaussichten heute nicht rosig, somit der Reiz für Ablenkung gross. Allerdings sind diese Faktoren im restlichen Europa nicht etwa besser. Sollten wir nicht unterdessen gelernt haben, dass das tolerieren einer Flucht in eine Scheinwelt, und erst noch in eine sehr gefährliche, keine Lösung sein kann für Probleme?

Seit Jahren klagen diverse Antidrogenorganisationen im In- und Ausland unsere zweifelhafte Drogenpolitik an. Könnte die Presse heute diesbezüglich eine positive Bilanz ziehen, müsste ich wohl schweigen. Dies ist jetzt aber definitiv nicht der Fall, wiederholt angebrachte Befürchtungen haben sich bewahrheitet.

Deshalb erlaube ich mir einmal mehr, Argumente gegen immer wieder angeführte Verharmlosungen anzuführen.

    «Cannabis sei ein Genussmittel wie z.B. Wein auch». Die allermeisten Weinkonsumenten hören mit trinken auf bevor sie benebelt sind, d.h. der Wein bleibt ein Genuss- und wird nicht zum Rauschmittel. Ganz im Gegenteil der Cannabiskonsument: Er sucht bewusst den Rausch, ansonsten er ja eine normale Zigarette rauchen würde. Diese hätte erst noch einen Filter, welcher die lungenschädigenden Giftstoffe herausfiltern würde. Ferner würde er auch nicht so tief und so lange inhalieren, wäre sein Ziel nicht, Rauschmittel durch die Lunge aufzunehmen.

    «Die Hippies der 60er Jahre hätten vom regelmässigen Cannabiskonsum auch keine Schäden davongetragen». Der Rauschmittelanteil THC betrug damals durchschnittlich 2%, heute liegt dieser zwischen 8 und 28%, ist also bis 14-mal höher!

    «Ob jemand am Abend nun Alkohol oder Cannabis konsumiere sei egal, beide seien am nächsten Tag wieder voll einsatzbereit». Alkohol baut sich graduell mit rund 0,1 Promille pro Stunde ab, weil dieser wasserlöslich ist. Deshalb ist der Konsum von ein bis zwei Gläsern Wein nach einer normalen Nachtruhe auf null abgebaut. Nicht so beim Cannabiskonsum: Das Rauschmittel THC lagert sich teils im Fettgewebe ab, u.a. im Hirn, und hat eine sehr hohe Halbwertszeit. Deshalb ist ein regelmässiger Konsument ständig beeinträchtigt.

    «Cannabis sei keine Einstiegsdroge». Tatsache ist aber, dass der Teufelskreis fast aller Konsumenten noch stärkerer Drogen mit Cannabis begonnen hat.

Ich will hiermit keinesfalls Alkohol- oder Tabakkonsum verharmlosen, aber dieser darf aus obigen Gründen nicht mit dem Cannabiskonsum gleichgestellt werden.

Allgemeiner Tenor ist nun, den Konsum von Cannabis zu legalisieren, da man die Betreffenden nicht kriminalisieren wolle. Natürlich wäre es jetzt schwierig durchzugreifen, wo wegen der allgemeinen Verharmlosung so viele, gerade Jugendliche, zu diesem Rauschmittel greifen. Der unbequemen Frage, weshalb über so lange Zeit so lasch umgegangen wurde obwohl das Gesetz vorhanden gewesen wäre, müssen wir uns aber stellen. Weshalb sollten im Drogenbereich andere Gesetze herrschen als z.B. im Strassenverkehr, wo Verschärfungen mit allen Mitteln durchgeboxt werden bis zur «Toleranz null»? Dieses Argumentieren mit zwei verschiedenen Massstäben ist absolut nicht nachvollziehbar, werden doch die jungen Cannabiskonsumenten von heute in wenigen Jahren hinter dem Steuer eines Autos sitzen, und dort sollte man dann plötzlich nicht mehr kiffen dürfen?

Deshalb appelliere ich eindringlich an die Verantwortlichen unserer Drogenpolitik klar gegen Drogenkonsum Stellung zu nehmen!

Leserbrief von Peter Hediger, Winkel

Die bessere Lösung

23.1.04. Fragen Sie Eltern von Heroinabhängigen: «Möchten Sie, dass Ihr Sohn oder Ihre Tochter von der Droge loskommt oder bevorzugen Sie die staatliche Heroinabgabe?»

Die Antwort ist immer eindeutig klar. Nichts wird sehnlicher gewünscht, als eine Befreiung von dieser grausamen, teuflischen Abhängigkeit von der mit Rauschgift gefüllten Spritze.

Deshalb sollten alle Kräfte darauf konzentriert werden, erfolgreiche abstinente Therapien mit Arbeit und Ausbildung zu fördern und die Suchtabhängigen vermehrt zur Abstinenz zu motivieren, auch wenn dabei ein gewisser Druck ausgeübt werden muss. In Österreich gibt es Strafanstalten, wo die Insassen bei strikter Abstinenz mit Vergünstigungen belohnt werden. Der Erfolg ist überwältigend, denn jeder Drogensüchtige möchte vom Rauschgift wegkommen. Dies wäre sicher ein menschenwürdigeres Vorgehen und eine verantwortungsvollere Verwendung von Steuer- und Krankenkassengeldern als die suchtzementierende staatliche Heroinabgabe.

Sehr zu empfehlen sind die erfolgreichen internationalen Therapien wie «San Patrignano» bei Rimini und Dianova mit Sekretariat in Lausanne sowie die Therapien in der Schweiz: Ca. 25 Drogentherapien des «ACL» mit Sekretariat in Bern, «Best Hope» in Waldstatt, «El Rafa» in Schwendibach, «Hilfe zum Leben» in Bern, Therapeutische Gemeinschaft «Neuhof» in Emmenbrücke, «Fondation du Levant» in Lausanne, «Rives du Rhône» in Sion und viele andere.

Wir hoffen, dass immer mehr Rauschgiftsüchtigen mit dieser Hilfe der Ausstieg aus der Drogensucht gelingt.

Bürgeraktion Leben ohne Drogen «BALD» Dr. Peter und Hildegard Burkhardt, Luzern

Kein Paradies für Kiffer und Drogendealer!

Mir wänd die Junge würksam schütze,
da mues de Staat eus underschtütze;
hüt tuet er's warne vor em Verderbe,
zur glyche Zyt mit Gift umwerbe!
Ref. Nei zu Droge, ja zum Läbe,
alles ander isch denäbe!

Das isch uf tütsch gseit doch en Hohn,
was hät das ztue mit Prävention?
Eus langets jetz mit sonig Phrase
wie: d'Sucht isch ebe halt e Phase!

Die Süchtige täged nüme raube,
das sötted mir jetz au na glaube;
die Infos gänd sie eus grad sälber,
d'Betreuer säged's - sind das nöd Chälber!

Si seged xünder worde und schtabil,
mit em Jobbus au na rächt mobil.
Me pflägt's ja au fasch rund um d'Uhr,
doch sinnlos isch die türi Kur:

Wer cha sich vom Gift dänn dischtanziere,
wämer's täglich gschänkt cha konsumiere?
Me chönts ja na abgeh als Tablette,
dänn bisch na länger a de Chette!

S'Droge schprütze segi ganz schteril,
Au konsumiered's gar nöd eso vil;
doch ohne Bode isch das Fass,
si holed s'Koks ja uf de Gass!

Dass vili Giftabfüllstation ufsueched,
wird ganz stolz als Grosserfolg verbueched;
d'Abstinenz isch längschtens nüme-n-es Ziel,
dass alli gern drögeled, isch scho vil!

Am Volk verbi wänt's gwüssi dureschtiere
und alles Ruschgift grad legalisiere.
Sälber entscheide, was mer wänn wo nimmt,
Hauptsach isch - dass für eim schtimmt!

Äs Rächt uf Rusch wird luthals propagiert,
Ganz verchehrt wird jetz philosophiert;
doch d' Droge macht de Mänsch zum Chnächt,
was hät das z'tue mit Mänscherächt?

Hüt isch z'Sucht en eigne Läbesstil,
me schprützt jetz suuber, klinisch und steril;
doch Gift blybt Gift - das isch ja klar,
je reiner deschto grösser d'Gfahr.

S'BAG machts raffiniert und lys,
sie operiered jetz etappewys;
sie reded schön vo "Schade begränze",
doch s'Ziel isch e Freigab ohni Gränze.

S'Finanzielle nimmt me zimli glasse,
Mir händ ja d'IV, s'Sozialamt, d'Chrankekasse;
so will me d'Fixer integriere,
ohni si vo de Sucht z'kuriere.

Über Pfreigab vo Haschisch tüends berate,
Wies entscheided, chasch jetz scho drümal rate,
Die meined würkli im Parlament,
Hasch und Heroin seged Medikament!

Mir verletzed d'UNO-Konvention,
d'Schwiz isch bald de allertümmschti Clown,
Mir tüend s'Heroin als Medi verschribe
und Drogebekämpfig hindertribe.

Ungstraft hasche, apflanze und au handle,
d'Ruschgiftsucht mit Heroin behandle,
di ganzi Wält wird über eus lache
und tänke, Schwizer sind nöd ganz pache!

Doch es paar tüend äntli umeschwänke,
au Politiker gits jetzt langsam z'tänke,
dass ganzi Klasse nüme Ufzgi lösed,
sondern alles vergässed und umedösed.

Die Süchtige söll me gründli heile,
ab sofort nüme Gift verteile;
s'ganz Volk bekämpft entschlosse d'Sucht,
und lehnt e Freigab ab mit Wucht!

S'Läbe isch so schön und bütet vil,
ohni Droge z'läbe isch doch s'Ziel.
Für d'Schuel und d'Lehr bruucht d'Juged de Grips,
wie söll mes schaffe mit eme Schwips?!
Ref. Ja zum Läbe, nei zu Droge,
alles ander isch verloge

Liebi Lüüt, erhebed euri Schtimm,
d'Entwicklig hüt isch zimli schlimm.
Mir wänd doch keis Paradies zum Kiffe,
Drum los, a d'Seck, s'Referändum ergrife!

Barbara Huber, Sekundarlehrerin (barbara-huber@bluewin.ch)
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Mit Gitarrenbegleitung vorgesungen anlässlich
der 9. Generalversammlung des Vereins Jugend ohne Drogen am 6. Juni 2003 in Zürich

Kein Lob für Ruth Dreifuss

Bundesrätin Ruth Dreifuss wird zurücktreten. Rückblickend wird ihre Arbeit der letzten 9 Jahre auch von bürgerlicher Seite positiv gewürdigt. So titelte die Neue Zürcher Zeitung am 1. Oktober "Kompetente soziale Kämpferin mit Kanten - Viel Lob zur geleisteten Arbeit von Ruth Dreifuss". Hat sie solches Lob wirklich verdient? Betrachtet man ihr Wirken in der schweizerischen Drogenpolitik, als Chefin des Bundesamts für Gesundheit, muss man sagen: "Nein!"

Erinnern wir uns: Zu Beginn der neunziger Jahre gab die zürcherische Stadtregierung unter Federführung von SP und FDP das Prinzip, Rauschgiftsüchtige zu heilen und gegen den Rauschgifthandel in der Stadt gesetzlich vorzugehen, auf. Dieses beispiellose "Laisser-faire" führte zu einer explosionsartigen Ausweitung der offenen Drogenszene in Zürichs Innenstadt.
Wartete man dort aufs Tram oder spazierte der Limmat entlang, konnte man Rauschgifthändler beobachten, die ungehindert ihre schmutzigen Geschäfte mit einer verführten Jugend tätigten. Überfälle auf Passanten und Einbrüche nahmen rasant zu. Das Diebesgut wurde anschliessend auf dem Platzspitz bzw. dem Lettenareal verkauft. Und die Polizei? Ihr blieb lange Zeit nichts anderes übrig als zuzuschauen und nur in den dringendsten Fällen einzugreifen - dies war der politische Wille der Stadtregierung. Im November 1993 reiste Bundesrätin Dreifuss zu einem offiziellen Besuch der Drogenszene nach Zürich um gleichzeitig die verschiedenen "Pionierleistungen" der Stadt Zürich tatkräftig zu unterstützen.

Während der ganzen 90er Jahre war Bundesrätin Dreifuss gemeinsam mit dem ihr unterstellten Bundesamt für Gesundheit auf eidgenössischer Ebene treibende Kraft in Richtung der weitgehenden Freigabe der Rauschgifte. So verabschiedete der Bundesrat auf ihr Drängen hin im März 2001 einen Vorschlag zur Revision des eidgenössischen Betäubungsmittelgesetz (BetmG), der die Heroinabgabe gesetzlich verankern, den Konsum von Cannabis freigeben und den Anbau und Handel von Cannabis weitgehend tolerieren würde. Zudem solle der Bundesrat (als Exekutivbehörde!) künftig darüber befinden können, ob Polizei und Gerichte beim Konsum von Rauschgiften wie Heroin, Kokain, Ecstasy und LSD eingreifen dürfen oder nicht (sog. Opportunitätsprinzip). Der Ständerat hat unverständlicherweise diesem bundesrätlichen Vorschlag bereits im Dezember 2001 zugestimmt. Einzig acht Ständeräte aus der Romandie erhoben Einspruch, wurden aber überstimmt. Die Beratung dieses Geschäfts im Nationalrat wird in der kommenden Winter- oder Frühlingssession stattfinden.

Die im letzten Jahrzehnt von Bundesrätin Dreifuss getragene verantwortungslose Politik hat in der heranwachsenden Generation bereits schwere Schäden hervorgerufen. Ein ständig wachsender Teil der jungen Menschen in Volksschule, Berufsschule und Gymnasium haben nach den neusten Befragungen der "Schweizerischen Fachstelle für Alkohol und andere Drogen (SFA)" Erfahrungen mit den illegalen Rauschdrogen Marihuana, Haschisch und Ecstasy. Nicht wenige bleiben hängen, verlieren ihr Interesse am Lernen und an der Leistung und werden immer gleichgültiger. Wenn sie von ihrer Umgebung nicht aufgefangen werden können, gleiten sie mehr und mehr ab. Verpfuschtes Leben, das auch für die betroffenen Eltern grosses Leid, durchwachte Nächte und ohnmächtige Tränen bedeutet. Statt Hilfe zum Ausstieg aus der Sucht, um den Weg in ein selbstbestimmtes Leben finden zu können, werden Suchtkranke mit einer liberalen Drogenpolitik in Abhängigkeit gehalten. Für diesen staatlich sanktionierten Wahnsinn hat Ruth Dreifuss wahrlich kein Lob verdient.

Dr. Henriette Hanke Güttinger, Gockhausen

Kennen Sie Diaphin?

Seit dem 1. Juli 2002 müssen die Krankenkassen bzw. der Prämienzahler "Diaphin" bezahlen. Kostenpunkt ca. 10 Millionen Franken pro Jahr. Unter dem Codewort "Diaphin" versteckt sich eines der gefährlichsten Gifte, fünf Mal giftiger als Cyankali, selbst giftiger als Sarin, einem der schlimmsten Kriegsgifte. Bereits 50 Tausendstel Gramm wirken tödlich. Es ist international geächtet, steht bei der UNO und beim schweizerischen Betäubungsmittelgesetz auf der Liste der verbotenen Stoffe. Trotzdem wurde es gemäss Internet von der Swissmedic (IKS) auf Antrag der Firma DiaMo Narcotics GmbH in Thun auf die Heilmittelliste gesetzt und per 1. Juli auf die für die Krankenkassen verbindliche Spezialitätenliste.

Dies ist eine weltweit einmaliger Vorgang, der eine Orientierung der Öffentlichkeit durch Bundesrat, Medien, Krankenkassen oder zumindest eine Sondermarke der PTT (wie etwa der von fast der Hälfte der Schweizer abgelehnte UNO-Beitritt) verdient hätte. Santésuisse, früher Konkordat der Schweizerischen Krankenversicherer, wird Ihr öffentliches Versprechen, die Übernahme von "Diaphin", besser bekannt unter dem Begriff "Heroin", durch die Krankenkassen mit rechtlichen Mittel zu bekämpfen, nicht einhalten.

Peter Aebersold, Zürich

Jugendliche greifen immer öfter und immer früher zum Joint

Seit längerer Zeit stellen viele Eltern, Lehrer und Erzieher wie auch weitere aufmerksame Zeitgenossen mit grosser Besorgnis den unübersehbaren Anstieg von jugendlichen Cannabiskonsumenten in unserem Land fest. Dass dies keine Hirngespinste einiger Ewiggestrigen sind, wurde kürzlich von offizieller Seite bestätigt.

In Spectra Nr. 31/März 2002 berichtet das Eidgenössische Bundesamt für Gesundheit, dass sich gemäss neuen Untersuchungen (Schweizerische Gesundheitsbefragung) die Zahl der Haschisch- und Marihuanaraucher in der Schweiz in den letzten zehn Jahren massiv erhöht hat. Erschreckend ist dabei vor allem, dass die Konsumenten immer jünger werden und dass sie diese Rauschdroge immer häufiger konsumieren. Ein Viertel der 15- bis 19-jährigen und mehr als ein Drittel der 20- bis 24-jährigen haben Erfahrungen mit Cannabis. Zwischen den zwei Befragungen von 1992/93 und 1997 stieg dieser Anteil bei der jüngeren Altergruppe um über 80% und bei der älteren um über 50%!

Die Gründe für diese Zunahme liegen auf der Hand: Seit Jahren wird Drogenhanf von geschäftstüchtigen Drogenbefürwortern und staatlichen Beratungsstellen verharmlost, er ist in Hunderten von "Hanf-Shops" in allen Landesteilen leicht erhältlich. Immer mehr Leute glauben an das Märchen vom "gesunden, natürlichen und harmlosen Schweizer Hanf".

Nun hat kürzlich die internationale Drogenkontrollbehörde in Wien einmal mehr die Schweiz für ihre Drogenpolitik kritisiert. Cannabis wie Alkohol und Tabak behandeln zu wollen sei ein "historischer Fehler", heisst es im neuesten Drogenbericht. Die Gesundheitsschäden von Alkohol und Tabak seien bekannt. Es wäre unverantwortlich, das nationale Gesundheitswesen mit einer weiteren schädlichen Substanz wie Cannabis zu belasten.

Diese Kritik ist sehr berechtigt, denn der Bundesrat ist mit seinem Vorschlag zur Revision des Betäubungsmittelgesetzes tatsächlich von allen guten Geistern verlassen worden: Mit der geplanten Gesetzesänderung plant er jeglichen Cannabiskonsum freizugeben und gleichzeitig auch den grossflächigen Anbau von Cannabispflanzen zur Rauschgiftgewinnung sowie die Produktion von und den Handel mit dieser Droge straffrei zu erklären.

Dabei wird kurzerhand unterschlagen, dass der in den Cannabisprodukten Haschisch und Marihuana ("Gras") enthaltene Wirkstoff THC schädliche Auswirkungen hat: Cannabiskonsum beeinträchtigt unter anderem die Aufmerksamkeit, das Denk- und das Erinnerungsvermögen. Interesse, sinnvolle Eigenaktivität und Leistungsbereitschaft werden vermindert, was sich - speziell auch bei Kindern und Jugendlichen - auf Schulleistungen, Berufsausbildung und Freizeitgestaltung negativ auswirkt. Daneben enthält Cannabisrauch im Vergleich mit Tabakrauch ein mehrfaches an krebserregenden Substanzen und intensiver Cannabiskonsum kann schon nach kurzer Zeit schwere psychiatrische Erscheinungsbilder (Wahnzustände, Psychosen) auslösen. Mitarbeiter von Beratungsstellen und psychiatrischen Kliniken berichten in den letzten Jahren von einem deutlichen Anstieg cannabisbedingter Verwirrungszustände bei jungen Menschen.

Wenn Bundesrat und Parlament daran gehen die Verfügbarkeit von Rauschdrogen per Gesetzesrevision zu vergrössern, ist höchste Zeit, dass Eltern, Lehrkräfte und alle verantwortungsbewussten Zeitgenossen erwachen und alles daran setzen, um gemeinsam mit der heranwachsenden Generation uns alle vor den Auswirkungen von Drogenkonsum zu schützen.

Jean-Paul Vuilleumier, JoD